Es kam mit der Corona-Pandemie, um zu bleiben: das Homeoffice. Die einen spürten in der fraglichen Krisenzeit einen gesetzlich auferlegten Zwang, der ihnen zusätzlich zum Virus belastend erschien. Die anderen entdeckten ungeahnten Komfort und Freiheiten, von denen sie vorher nicht zu träumen wagten: Es klingt banal, aber ein halbes Stündchen länger schlafen, weil man sich den Kampf durch den Berufsverkehr sparen konnte, ist ein kleines Stück Lebensqualität.
Autor: Thorsten Wagner-Conert
Der Fachkräftemangel hat den Arbeitsmarkt zu einem Arbeitnehmermarkt gemacht. Und da heißt es: Wenn Unternehmen nicht in die Röhre gucken wollen, müssen sie kreativ sein. Ihre freien Arbeitsplätze sollten schmackhaft angeboten werden – mit genügend Benefits. Und sie sollten Appetit machen auf eine unterschätzte Region, die für manche immer noch so klingt, als müsse man da schnell durch.
Wer einen Eindruck davon bekommen will, wie sich eine Region in 50 Jahren verändern kann, der muss lange aufmerksam und geduldig die Augen offenhalten. Oder aber er vergleicht Zahlen, Daten, Fakten an einem verregneten Tag. Letzteres ist sehr aufschlussreich, wenn man zum Beispiel den ersten „Zahlenspiegel“ (1974) des Kreises Gütersloh neben die aktuellen „Zahlen|Daten|Fakten“ (2022) legt. Eine kleine Zeitreise …
Horst Haase ist ein entspannter Ruheständler, 83 Jahre alt, körperlich und geistig gesund, „und ich hoffe, die anderen merken das auch.“ Im 23. Ruhestandsjahr genieße er die Tage dankbar, sagt er über seinen heutigen Alltag. Der Mann hat sich seinen eigenen Humor bewahrt, seinen eigenen Führungsstil hatte er auch – und eine Idee, wie erfolgreiche Polizeiarbeit geht. Mit dem Kreis Gütersloh hatte er bei Gründung Berührung – und später wieder als Polizeichef.
Ein Alphabet, mit dem man sich als eine(r) von hier ausweisen kann.
An einem Freitagnachmittag, punkt 16 Uhr: Die Menschen, die sich jetzt noch im Kreishaus an der Gütersloher Herzebrocker Straße aufhalten, kann man an fünf Fingern abzählen. Einer dieser Menschen ist Gabriele Kubitsch. Fröhlich steht sie da, so gar nicht wochenendreif, aufgeschlossen, sie wirkt, wie die Gastgeberin in ihrem Haus. Sie ist bereit zu reden – zu reden über ein besonderes Jubiläum. Und da geht es nicht um „50 Jahre Kreis Gütersloh“. Es geht um 50 Jahre beim Kreis Gütersloh. Es geht um Gabriele Kubitsch, ihren einen Arbeitgeber – und es geht um ihre Liebe zur Arbeit.
Nur noch wenige erinnern sich an den Werbespruch „Fünf ist Trümpf“ der Deutschen Post. Genutzt hat sie ihn, um die Deutschen auf die Einführung fünfstelliger Postleitzahlen vor nun fast 30 Jahren einzuschwören. Und noch weniger Menschen erinnern sich an die Zeit davor – eine Zeit, die einfacher war in vielerlei Hinsicht.
Müllautos des Entsorgungskonzerns Remondis machen, was Müllautos sollen: Aberhunderte von ihnen fahren durch praktisch alle Straßen deutscher Kommunen, um Müll einzusammeln. Das ist eine vergleichsweise stupide, aber notwendige Aufgabe, um die sich niemand zwingend schlägt.
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Neuerfindung der Gesellschaft findet – zumindest durch die Pandemie bedingt – nicht statt. Zu träge sind wir bislang mit dem umgegangen, was uns Corona an temporären Veränderungen gebracht hat.
Station 1 Harsewinkel-Greffen: Im Schatten von St. Johannes am gleichnamigen Platz herrscht Idylle pur. Ein
