Jugendliche lassen Roboter ins All fliegen

Jugendliche lassen Roboter ins All fliegen

Beim zdi-Roboterwettbewerb treten acht Teams aus der Region gegeneinander an

Kreis Gütersloh. Transport der Rakete zur Startrampe, Ausrichtung der Erdantenne, Umweltbeobachtung aus dem All oder Experimente in der Schwerelosigkeit: Was klingt wie eine Checklist für die nächste Artemis-Mondmission ist vielmehr der Aufgabenkatalog im zdi-Roboterwettbewerb. Acht Teams von Schülerinnen und Schülern ließen in der Remise in Halle (Westf.) beim Lokalwettbewerb ihre Roboter ‚durchs All fliegen‘, um in Kampf gegen die Uhr Punkte zu sammeln.

Einen Roboter der Produktserie Lego Mindstorms so ausrüsten und programmieren, dass er autonom verschiedene Aufgaben fehlerfrei erledigt und dabei nicht länger als 150 Sekunden unterwegs ist – das ist der Kernauftrag beim zdi-Roboterwettbewerb. Auf einer Matte mit rund zwei Meter Länge und etwa ein Meter Breite gilt es Bausteine zu verschieben, sie einzusammeln und dabei verschiedene Punkte auf der Matte zu durchlaufen. „Jedes Team kann ganz individuell entscheiden, wie es den Roboter ausrüstet und mit welcher Strategie es die Aufgaben angeht“, erklärt Franziska Monkenbusch, Leiterin des zdi-Zentrums pro MINT GT, das den Wettbewerb gemeinsam mit der Ravensberger Erfinderwerkstatt ausrichtet. 

Wie bei einem sportlichen Wettkampf zahlt sich intensive und gute Vorbereitung aus. Jede Bewegung des Roboters auf der Spielmatte ist viele Male getestet und genaustens einprogrammiert. „Starte Motor, stelle Geschwindigkeit auf 75 Prozent, bewege dich 10 Zentimeter nach rechts und drehe dich dort um 13 Grad“, könnte beispielsweise eine Befehlssequenz lauten, die den Roboter durch das symbolische All gleiten lässt. „Es ist jedes Mal wieder beeindruckend und spannend zu sehen, wie viele verschiedene und kreative Lösungen die einzelnen Teams sich für die Aufgaben ausgedacht haben“, sagt Monkenbusch.

Insgesamt drei Mal gilt es für die Roboter der Teams die Aufgaben zu erledigen. Je nachdem wie gut die Aufgaben gemeistert wurden, vergeben die Schiedsrichter des Organisationsteams Punkte. Eingreifen können die Schülerinnen und Schüler bei den Läufen kaum noch. Nur ein Wechsel der Werkzeuge oder das Zurücksetzen des Roboters ist erlaubt, mehr nicht. 

Der Roboterwettbewerb wird bereits seit dem Jahr 2006 ausgerichtet und verzeichnet seitdem eine ständig wachsende Anzahl von teilnehmenden Teams – auch im Kreis Gütersloh. So nahmen in diesem Jahr acht Teams mit mehr aus 50 Schülerinnen und Schülern Teil. Der Wettbewerb soll Lust auf Themen im Bereich der Programmierung und Automation machen.

Für die zwei besten Teams geht es nach dem Lokalwettbewerb zum Regionalwettbewerb nach Paderborn. Wer sich dort durchsetzt steht im Finale in Mühlheim an der Ruhr. 

Besonders zielsicher haben sich in Halle die Teams ‚RaiserF4Teen‘ vom AHF Gymnasium Detmold, ‚Harsewinkel Bots‘ vom Gymnasium Harsewinkel und ‚Wir vom Helmholtz‘ vom Helmholtz-Gymnasium Bielefeld über die Matte und durch den Weltraum bewegt. Sie konnten sich in dieser Reihenfolge über den ersten, zweiten und dritten Platz freuen.

Das zdi-Zentrum pro MINT GT bietet neben dem Roboterwettbewerb weitere Angebote für Kinder, Jugendliche, Lehrkräfte und Unternehmen mit dem Ziel junge Menschen für MINT zu begeistern. Die Angebote finden sich unter www.pro-mint-gt.de 

Bz: Unter der Beobachtung von Julian tauscht Jean-Luc vom Team „Die unfassbaren Letzten“ aus Halle (Westf.) das Werkzeug am Roboter. 


Foto: proWi GT

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